Programm
Detailansicht
Detailansicht
Interview mit Julia Ginsbach zur Veranstaltung auf der Sommerbühne am Blautopf
Mit Julia Ginsbach kommt am Sonntag, 12. Juli 2026 eine erfolgreiche Illustratorin, Musikerin und Bühnenkünstlerin nach Blaubeuren auf die Sommerbühne am Blautopf. Bei der Abendveranstaltung mit Humor, Musik und Live-Zeichnungen möchte sie die legendäre „Schöne Lau“ zu neuem Leben erwecken. Andrea Lonhard und Martin Morgen von der Sommerbühne haben vorab mit ihr ein Interview geführt.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Blaubeuren, dem Ort, an dem sie viele Jahre gelebt haben?
Blaubeuren ist mein Herzensort. Immer, wenn ich in den Süden fahre, mache ich den Umweg in diese kleine Stadt. Als unsere Kinder klein waren, bin ich viel spazieren gegangen und ich kenne fast alle Wege rund um Blaubeuren. Der Blautopf war nicht nur der Quelltopf des Flüsschens, sondern war auch für mich und meine Kinder ein magischer Ort. Und ich habe noch Freunde in Blaubeuren.
Sie haben in Heidelberg Musik, Kunst und Germanistik studiert und Ihr Studium am Frankfurter Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung abgeschlossen – eine ungewöhnlich breite Kombination. Wie haben diese drei Disziplinen Ihren Blick als Illustratorin geprägt?
Mein allergrößter Wunsch war entweder Musikerin zu werden oder Kinderbücher zu machen. Schon in der Schule habe ich mich auf einen Studienplatz für Grafikdesign beworben und bin dann durch die Aufnahmeprüfung gefallen. Glücklicherweise gab es in Heidelberg an der Pädagogischen Hochschule eine Kombination aus Musik, Kunst und Sport in Richtung Grundschulpädagogik. Das war mein Plan B. Das tolle war, dass ich gleichzeitig die Kinder in den Fokus bekommen habe, an Schulen unterrichtet habe und mich mit Pädagogik und Psychologie auseinandergesetzt habe. Schon während des Studiums hatte ich die ersten Illustrationsaufträge erhalten. Die Erfahrungen in Frankfurt prägen mich auch bis heute.
Schon seit dem ersten „Kopffüßler” gehört das Zeichnen unverzichtbar zu Ihrem Leben. Können Sie sich an dieses erste Bild erinnern – und wann war der Moment, in dem Sie wussten: Das ist mein Beruf?
Ich kann mich an eine erste Bilderfolge erinnern. Das waren Kopffüßler, die ich sehr liebhatte. Meine Mutter hat sie mit der Nagelschere ausgeschnitten, und wir haben sie neben meinem Bett aufgehängt. Ich habe immer gezeichnet und schon sehr früh auch Portraits meiner Familienangehörigen gemacht. Außerdem kann man aber auch durch das Malen seinen Frust, seine Ängste herausmalen. Mein erstes Kinderbuch habe ich mit acht geschrieben und dazu die Figuren gemalt.
Sie leben und arbeiten heute als freie Illustratorin und Musikerin in Mecklenburg. Wie beeinflusst das Leben auf dem Land, abseits der großen Städte, Ihre kreative Arbeit?
Mecklenburg war Liebe auf den ersten Blick. Viel Himmel, viel Weite, wenig Menschen. Viele Möglichkeiten im Grünen zu leben, Tiere zu haben, mit Kindern, die in das Autismus-Spektrum gehören, eine Umgebung zu schaffen. Allerdings fehlt mir oft die Beschaulichkeit und die Geborgenheit einer Kleinstadt wie Blaubeuren.
Wie entstehen Ihre Arbeiten?
Ich bin vom alten Schlag. Ich habe gemerkt, dass ich am Computer nicht die gleiche emotionale Tiefe habe wie am Papier. Ich freue mich über fertige Bilder, die ich mir dann an einer Wäscheleine durch das Zimmer hänge. Analoge Bilder sind mit vielen Pigmenten auf Papier gemalt und bleiben. Mein Arbeitstisch ist mein Flügel. Ich habe eine Platte daraufgelegt und arbeite im Stehen. Ich zeichne so lange, wie ich mag, dann schnapp ich mir eine Querflöte oder die Geige oder das Saxophon oder ich singe oder ich spiele Klavier und wenn ich damit fertig bin, renne ich in die Küche und dann zeichne ich weiter.
Was erwartet die Zuschauer auf der Sommerbühne?
Ich freu mich schon so sehr auf Blaubeuren. Es ist ein großes Experiment und ich habe mir diese Geschichte extra für diesen Anlass ausgedacht. Die Veranstaltung wird für Erwachsene sein. Ich werde eine Geschichte erzählen von der „Schönen Lau“, die wieder nicht mehr lachen kann und sich auf die Reise nach Blaubeuren macht, um wieder dort das Lachen zu lernen. In der Veranstaltung werde ich das Publikum mit einbinden, wir werden Musik machen. Ich habe zwei Musiker Kollegen mit dabei. Ich werde die Geschichte in vielen sehr großen Bildern live zeichnen, die dann auch in Blaubeuren noch eine Weile anzuschauen sind.
Foto: Steffen Struck
Sonntag, 12. Juli 2026, 19 Uhr
Julia Ginsbach
Die Schöne Lau: Theater. Musik. Malerei. Improvisation.
Musik: Esther Baumann und Johannes Itzek
Tickets gibt es im Onlineshop der Sommerbühne, bei den Tourist-Informationen in Blaubeuren und Ulm, sowie bei allen reservix-Vorverkaufsstellen.
01.07.2026 – ef
Es gibt keine Parkmöglichkeit direkt bei der Sommerbühne am Blautopf.
Bitte nutzen Sie die nahe gelegenen Parkplätze im Dodelweg in Richtung Kloster/Freibad. Von dort gelangen Sie zu Fuß in den Klosterhof.
Ab 18:00 Uhr ist das Parken in Blaubeuren kostenlos.

Die Sommerbühne bei Radio freeFM zu Gast