BIBOUL DAROUICHE & BAND
Afrobeat und Jazz

Sa., 19.30 Uhr | Vorverkauf*: 25,00 € / 23,00 € | Abendkasse: 29,00 € / 27,00 € |

*zzgl. VVK-Gebühr

Biboul Darouiche´s BANTU JAZZ CONNECTION
featuring Linley Marthe, Roger Biwandu und Michael Hornek
Vorgruppe: Timura (ehemals Tilufa)

Foto: Ralf Hinz (Fotofreunde Blaustein)

Biboul Darouiche und die Musik von Soleil Bantu:

Soleil Bantu ist ein musikalisches Portrait Bibouls multikultureller Geschichte – von seiner Kindheit in Afrika bis hin zu seiner Arbeit als internationaler Musiker. Der in Kamerun geborene Musiker, aufgewachsen mit den Traditionen der Bantu, verbrachte einige Zeit in Syrien, in Kopenhagen, Paris und München. Mit der Zeit hat Biboul viele Kulturen kennen- und lieben gelernt. Entstanden ist ein einzigartiger Stil der diverse Traditionen verbindet und gerade in der heutigen Zeit als Symbol zur friedlichen Völkerverständigung und interkulturellem Zusammenleben verstanden werden kann. „Bantu“ selbst bedeutet einfach „Menschen“. „Soleil Bantu“ bedeutet also übertragen „Sonne der Bantu“ oder einfach „Sonnen-Menschen“. Die Kultur und die Sprache der Bantu haben ihren Ursprung in Kamerun mehrere tausend Jahre vor Christus. Etwa 2000 vor Christus begannen die Bantu sich in anderen Regionen Zentralafrikas auszubreiten.

Die Musik der Bantu ist eng mit Ihrer kulturellen Lebensweise, etwa Arbeitslieder, Geburtsbegleitung, Schlaflieder, Lebenszyklus, Hochzeitsfeierlichkeiten oder Trauerlieder verbunden. Die Instrumentierung bedient sich auf der einen Seite der traditionellen Instrumente der Bantu wie Nkul, Calimba, Percussion, sowie der klassischen westlichen Besetzung in der Populärmusik wie Bass, Keyboards, Gitarre, Schlagzeug und Percussion.

Biboul bedient sich oft mehrstimmiger Polyrhythmen, die ihren Ursprung in Percussion-, Tamtam- oder Kalimba-Ensembles haben. Diese Rhythmischen Konzepte überträgt er auf die verschiedenen Instrumente seiner Band. Es liegt auf der Hand, dass sich dies für unser Gehör, zunächst einmal ungewohnt anhört, da es sich nicht um ein bekanntes „musikalisches Klischee“ handelt. Allerdings wohnt diesen Rhythmen ein starker, stetiger Puls inne, der leicht zu fühlen ist. Dieser „Flow“ verschafft dem Zuhörer den Zugang zu einer neuen und farbenfrohen Musikkultur.

Biboul Darouiche – Some facts:
– Dritter Album-Release – „Tribal Moon Jam”
– Zweiter Album-Release „Message from the trees“
– Erster Album-Release „Africa Is Calling“
– Als Sideman: seit 1995 Percussionist von Klaus Doldingers Passport, Studio- und Live-Engagements mit Künstlern wie Al di Meola, Pee Wee Ellis, Roy Ayers, Jazz Baltica Ensemble, Big Bands des WDR, SWR und HR und vielen mehr.

Timura (ehemals Tilufa)

Mit Nordafrika verbindet man im allgemeinen die arabische Kultur, doch speziell diese Region birgt eine unglaubliche musikalische Vielfalt: Flamenco verbindet sich mit arabischen Skalen, die Melancholie französischer Chansons trifft auf afrikanische Rhythmen. Den Kern von Timura bilden Musiker und Sänger aus Algerien. Getragen von einer eingespielten Rhythmusgruppe dient deren Musik als Basis für gemeinsame Improvisationen.

Weitere Informationen:

LOISACH MARCI
Das alpine Kraftwerk

Fr., 20.00 Uhr | Vorverkauf*: 21,00 € / 19,00 € | Abendkasse: 25,00 € / 23,00 € |

*zzgl. VVK-Gebühr

Loisach Marci – Das bayerische Kraftwerk

Foto: Nico Schwarz

Als die Volksmusik vor rund 25 Jahren erstmals von Rock und Pop aufgemischt wurde, blieb so manchem Traditionalisten der Jodler im Halse stecken, die Sennerin bekam feuchte Augen und überhaupt schien die alpine Heimat in höchster kultureller Gefahr. Die Geburtsstunde des „Alpenrock”, eingeleitet von Hubert von Goisern, entpuppte sich jedoch schon nach kurzer Zeit als das genaue Gegenteil volkskultureller Schwarzseher. Für eine ganze Generation junger Musiker entstand erstmals eine hoffnungsfroh musikalische Identifikationsfläche von der aus es möglich schien dem fundamentalistischen Mief zu entfliehen ohne heimatlichen Boden verlassen zu müssen.

Langes Horn und Kettensäge

„Mit der musikalischen Tradition was Geiles machen, sie aber nicht verhunzen“, so umschreibt auch der gebürtige Partenkirchner Marcel Engler seine Ambitionen zwischen Alphorn, Elektrosound und 13 selbstgespielten Instrumenten, die wahl – und wechselweise zum Einsatz kommen. Ohrgängig, rythmische Klangexperimente auf breiter Bass-Basis, die von Herrn Dr. Jens-Peter Abele via Elektrogitarre seziert, extrahiert oder zuweilen auch zersägt werden. „Loisach Marci” beschreiten zweifelsfrei ihre eigenen und neuen musikalischen Wege abseits der Konserve. Ein einzigartiger Sound, angesiedelt irgendwo zwischen bayerischem Landler, Hip-Hop, Blues und Elektrobeat. Wirklich festzumachen ist das „bayerische Kraftwerk” nicht, denn allzu facettenreich, zu weich, zu wild und zu frech wühlt man ausgiebig und gerne in allen verfügbaren Genres.

Höhenrausch mit Bodenhaftung

Avantgardistisches Klanggewitter an Alphorn und E-Gitarre mit Flügelhorn-Balsamdressing auf erdigem Bass – so könnte es auf der Speisekarte stehen. – garantiert ohne Allergene, serviert von einem Kellnerduo mit Performance in Lederhose und Lederjacke. Rund um die Musik ranken sich Jodler und Textgeflechte, nicht aus notwendiger Selbstgefälligkeit heraus, sondern mit Anspruch und Botschaft. Kurzgeschichten im bayerischen Dialekt die sich hintergründig bös und liebevoll vordergründig für gelebte Ehrlichkeit und Lebensfreude engagieren und sich hervorragend zum Nachdenken und mitsingen eignen.

„LOISACH MARCI” – derzeit das wohl kraftvollste Lebenszeichen alpin geprägter Musikkultur.

Weitere Informationen:

TATORTREINIGER
Theater

So., 19.00 Uhr | Vorverkauf*: 15,00 € / 13,00 € | Abendkasse: 18,00 € / 16,00 € |

*zzgl. VVK-Gebühr

Junge Ulmer Bühne (JUB): Der Tatortreiniger – Zwei Episoden

Die Junge Ulmer Bühne hat die preisgekrönte TV-Serie „Der Tatortreiniger“ des NDR zu einem Live-Hörspiel umgearbeitet. Ein Mord geschieht, Blut fließt und sauber macht Heiko „Schotty“ Schotte. Lassen Sie sich überraschen, durch welche Gegenstände das Summen eines elektrischen Türöffners, das Klicken eines Feuerzeuges, das Knarzen eines alten Ledersofas oder das Zuschlagen einer Autotür entstehen.

Auf der Sommerbühne werden zwei Episoden gespielt. In „Angehörige“ ist Schotty mit dem schwulen Freund eines verstorbenen Magiers in einer Zauberkiste eingeschlossen ist und in „Schottys Kampf“ geht es ums Vereinshaus einer Nazivereinigung.

Foto: Tobias Reyhle

Angehörige

Eigentlich sollte es endlich wieder ein ruhiger, harmloser Arbeitstag für den Tatortreiniger Heiko „Schotty“ Schotte werden. Kein sozialer Brennpunkt erwartet ihn, kein Schauplatz eines grausigen Mordes, sondern schlicht die Beseitigung der letzten Spuren eines Unfalls: Schotty soll die geräumige, chice Wohnung eines Zauberers aufräumen, der durch ein tragisches Missgeschick seinen Kopf an einer Stufenkante aufschlug und daraufhin verstarb. Doch bald muss Schotty erkennen, dass ihm sehr wohl einige turbulente Stunden erwarten: Fanny Fee, der schwule beste Freund und ehemalige Geliebte des Verstorbenen, treibt sich munter in der Wohnung herum und weigert sich partout, sie zu verlassen, weshalb Schotty seine Arbeit nicht erledigen kann. Wie sich herausstellt, will Fanny die Leiche seines Freundes entführen, damit er eine „schwule“ Gedenkfeier erhält, statt von seiner rigiden Witwe unzeremoniell bestattet zu werden. Schotty will dies aber nicht zulassen, weshalb ein absurdes Hin und Her zwischen ihm und Fanny entsteht …

Schottys Kampf

Nach einem Unfall in einem Vereinsheim soll Schotty das Blut des Verstorbenen wegputzen. Arglos öffnet er die Tür zu einem Hinterzimmer und steht plötzlich in einer Parallel-Welt, die er lieber nicht betreten hätte. Die politischen Ansichten des Vereinsvorsitzenden sind selbst für Schottys dickes Fell eine Nummer zu heftig. Der Tatortreiniger beantwortet das auf seine ganz eigene Art und Weise.

THEATER FÜR KINDER
Das Lachen der Schönen Lau

So., 14.00 Uhr | Eintritt frei | Veranstalter: Kulturfreunde Blautopf e. V. |

*zzgl. VVK-Gebühr

Württembergische Landesbühne

Foto: Bernd Eidenmüller

Die schöne Lau kann nicht lachen! Ihr Mann schickt sie fort, damit sie es endlich lernt. Bevor sie nicht fünf Mal herzlich gelacht hat, darf sie nicht zu ihm ins Schwarze Meer zurückkehren. Und so wartet die Wasserfrau im Blautopf bei Blaubeuren auf die Chance, ihren Fluch zu brechen – bis sie eines Tages die Bekanntschaft der liebenswerten Köchin Bertha macht. Die ungleichen Freundinnen verbringen viel Zeit miteinander und Bertah beschließt, zusammen mit der sprechenden Forelle König Heinrich dem Achten, der schönen Lau zu helfen.

Eine berührende Geschichte über Freundschaft und die Schönheit des Lachens nach Eduard Mörikes berühmtem Dichtermärchen.

DODOKAY
Genau mein Ding

Sa., 20.00 Uhr | Vorverkauf*: 32,50 € / 30,50 € | Abendkasse: 36,50 € / 34,50 € |

*zzgl. VVK-Gebühr

Dodokay: Genau mein Ding
Vorgruppe: al dente

Foto: Markus Niethammer

Dodokay das ist Dominik Kuhn der Reutlinger Sprachkünstler, Komiker und Musiker. Dodokay erklärt uns die Welt auf Schwäbisch in den Worten, die wir alle verstehen und zeigt uns, wie viel vielfältiger Dialekt sein kann als die deutsche Hochsprache. Viele kennen ihn von seiner Reihe „Die Welt auf schwäbisch“ des SWR oder als Schwäbman von Antenne 1. Und wer kennt ihn nicht – Obama auf Schwäbisch, der sich darüber aufregt, dass im Treppenhaus Fahrräder rumstehen, wo sie nicht hingehören.

In seinem neuen Programm „Genau mein Ding!“ zeigt er aber, dass wir Schwaben uns nicht nur über die mittlerweile bundesweit bekannte Kehrwoche unterhalten können. „Ons Schwoaba graust’s vor nix, mir hend oifach koin Schiss“, ist sich der gut gelaunte Dodokay sicher. „Bei uns goaht’s ned nur om Linsen mit Spätzla und dr gelbe Sack, mir zoiged der ganzen Welt, dass wir auch ohne Thermomix koche kennet“, bezieht Dodokay Stellung.

Die Filme des Reutlinger Autors, Produzenten und Sprechers Kuhn haben auf Youtube Erfolg und zeigen: Es wird auch dort schwäbisch gesprochen, wo man es niemals vermutet hätte. Aber man muss realistisch bleiben. Schwäbisch ist immer noch einer der unbeliebtesten deutschen Dialekte. Und der Schwabe hat viele Eigenarten, die Dodokay erklären will. Der Schwabe kommentiert alles und jeden, ist furchtlos und neugierig. Und er hört nicht zu. Dafür hat Kuhn Beispiele, von der Nachbarin daheim in der Wilhelmstraße 48 bis zum SV 49, gemeint ist der Bundestag, einem schwäbischen Verein, in dem Fritz Kuhn an Fasching den Entertainer gibt.

Vorprogramm: Al dente
Als Vorgruppe tritt der a-cappella Chor al dente auf. Sie selbst nennen sich – der Chor mit Biss. Die elfköpfige Vocal-Band überzeugt mit einem abwechslungsreichen Mix aus viel Pop gemischt mit Gospel, Latino, Jazz bis hin zu Punkrock. Das garantiert ein unterhaltsames Musikerlebnis. Bei „al dente“ bleibt der Genuss ohne Reue aber dafür mit Nebenwirkungen wie Schmunzeln, Schnipsen und Mitwippen.

Weitere Informationen:

KRAAN
Jazz Rock

Fr., 20.00 Uhr | Vorverkauf*: 28,00 € / 26,00 € | Abendkasse: 32,00 € / 30,00 € |

*zzgl. VVK-Gebühr

KRAAN – Ein Stück Geschichte deutscher Rockmusik

Was wäre die Geschichte der deutschen Rockmusik ohne Kraan? Die Band gründete sich 1970 in Ulm und verschrieb sich von Beginn an einer spannenden Fusion aus Rock, Jazz und Ethno-Einflüssen. Später fügten die Musiker US-Mainstream und Soul-Elemente hinzu. Die Galionsfiguren waren Bassist Hellmut Hattler und Gitarrist Peter Wolbrandt, gleichzeitig die Hauptsongschreiber der Band. In den Jahren zwischen 1970 und 1980er Jahren gehörte Kraan zu den bekanntesten Vertretern des Jazzrock in Deutschland. Es folgt eine wechselvolle Bandgeschichte mit wechselnder Besetzung, zahlreichen Alben und Veröffentlichungen, Konzerten und Fernsehauftritten, aber auch Bandauflösungen.

Foto: Steffen Meyer

Das neue, insgesamt fünfte Kraan-Live-Album „The Trio Years“, wurde zwischen 2008 und 2017 aufgezeichnet. Die neuen Live-Definitionen von Kraan-Klassikern stammten aus unterschiedlichen Konzerten unterschiedlicher Jahre. Hellmut Hattler fehlte die Vorstellung, dass man dieses Material zu einer runden Sache machen kann und hakte das Live-Projekt zunächst ab. Die Rettung der Live-Platten-Idee übernahm Jürgen Schlachter, der in minuziöser Feinarbeit jeweils Spuren verschiedener Konzerte zusammen editierte. „Während ich im Krankenhaus lag und um mein Leben kämpfte, gab Jürgen richtig Gas und schickte mir quasi täglich neue Versionen unterschiedlicher Stücke, die in der Zeit für mich wie ein Anker waren. Darunter befanden sich auch Stücke wie ‚Silver Buildings’, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass wir sie überhaupt live gespielt hatten“, sagt Hellmut Hattler. „Ich war komplett gerührt davon, weil sie in den vorliegenden Live-Versionen so vital klingen. Selbst die Gesänge funktionieren, was bei Kraan schon was heißen will“, spöttelt der Ulmer selbstironisch.

Für den Kraan-Fan gibt es auf „The Trio Years“ Unmengen Frisches zu entdecken. Die enthaltene 18-Minuten-Version von „Nam Nam“ straft mit der Selbstverständlichkeit der Dauererneuerung alle Anachronismus-Vermutungen lüge. „The Schuh“ aus der jüngeren Kraan-Historie lässt über die einnehmenden Möglichkeiten der Orchestrierungen in der Trio-Besetzung staunen. Im unschlagbaren Klassiker „Let It Out“ findet Peter Wolbrandt ausreichend Raum für seine Gitarren-Exkursionen, die immer ein bisschen klingen, als ob sie von einem anderen Stern stammen. Das „Wintruper Echo“ unterstreicht, wie locker Hellmut Hattler die Balance zwischen Melodie und Groove verfeinert aus den Ärmeln schüttelt. „Hallo Ja Ja, I Don’t Know“ ist ein Paradestück für Jan Fride Wolbrandts feinmotorisches, metrisches Gespür. Für den Kraan-Neuentdecker summiert „The Trio Years“ derweil, wofür die Band seit knapp fünf Jahrzehnten wie ein Leuchtturm in der Brandung steht: Free-Form-Musik von Freigeistern, die einen unverkennbar zeitlosen Sound haben, weil sie immer auf ihr kollektives Bauchgefühl hörten. Im Zeitalter der Technokratie ist „The Trio Years“ nicht zuletzt deshalb unverzichtbar.

Aktuelle Besetzung:

  • Gitarre, Gesang: Peter Wolbrandt
  • Bass: Hellmut Hattler
  • Schlagzeug: Jan Fride (Wolbrandt)

Weitere Informationen: